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Die Tiengener PfarrkircheDie Tiengener Pfarrkirche "Mariä Himmelfahrt" liegt auf einem nach Norden auslaufenden Felssporn über der Stadt, in unmittelbarer Nähe zum Schloss. Archäologische Grabungen ergaben 1967/68, dass der Kirchenbuck geschichtlicher Boden ist. Man fand römisches Mauerwerk, vermutlich Überreste eines Wachtturms. In einer Urkunde aus dem Jahr 858 findet der Ort erstmals urkundliche Erwähnung, als der Priester Swab "bei Tiengen vor versammelter Bevölkerung des Alpgaus" seine Liegenschaft dem Kloster Rheinau vermachte. Dies deutet darauf hin, dass hier wohl schon im 8. Jahrhundert eine Kirche stand, über deren Aussehen allerdings nichts bekannt ist. Unzweifelhaft dürfte Tiengen zu den Urpfarreien des südlichen Schwarzwaldes gehört haben, zumal bis tief ins Mittelalter die Orte Aichen, Krenkingen, Detzeln und Breitenfeld sowie Unter- und Oberlauchingen zu der hiesigen Pfarrei gehörten. Bei Grabungen wurde Spuren einer kleinen Kirche gefunden, in der 1146 Bernhard von Clairvaux den Kreuzzug gepredigt hat. Im Laufe der Zeit wurde der Kirchenbau mehrmals erweitert. Die gotische Kirche, die Anfang des 15. Jahrhunderts errichtet worden war, liess Graf Alwig von Sulz 1572 erweitern. Bei dem barocken Umbau, der die Kirche in ihren heutigen Zustand versetzte, musste auf Anordnung des Fürsten Josef Adam von Schwarzenberg der untere viereckige Teil des gotischen Teil des Kirchturms stehen bleiben und in den Neubau des Langhauses integriert werden. Im unteren Turmgeschoss, in dem sich heute die Sakristei befindet, sind noch Teile eines gotischen Sakramentshäuschens und Reste von Wandmalereien erhalten.
Zu seinen wichtigsten Werken gehören u.a. St. Peter im Schwarzwald, Waldkirch, Hilzingen, St. Gallen und die weltberühmte Klosterkirche Birnau am Bodensee. Bei seinen letzten Kirchen, der Stadtpfarrkirche in Tiengen und der Stiftskirche in St. Gallen, verwendet der Baumeister Wandpfeiler ohne Emporen. Weil in Tiengen der Turm der gotischen Kirche stehen bleiben musste, konnte der Höhenunterschied vom niedrigeren Chorraum zum hohen neuen Gewölbe nicht überbrückt werden. Daher zog Thumb eine Mauer ein, sodass die neue Kirche keinen eigentlichen Chorraum besitzt. Eine Saalkirche ohne Chor verlangte jedoch eine Gliederung des Raumes. Deswegen griff Thumb aus gestalterischen Gründen auf die Wandpfeiler der früheren Jahre zurück und löste das hier auftretende Problem in einfacher, aber vollendeter Weise. Die Tiengener Pfarrkirche wurde 1976/78 umfassend renoviert und weitgehenst auf den barocken Bauzustand zurückgeführt. Helle Fenster, die dem Innenraum die notwendige Lichtfülle geben, ersetzten die bemalten Kirchenfenster des 19. Jahrhunderts, die teiweise im Pfarrsaal wieder eingesetzt wurden. Alle Übermalungen, besonders der Altäre wurden entfernt und die Grisaillen (Fresken in Grautönen) wieder freigelegt. Statt moderner Lampen geben jetzt barocke Lüster strahlendes, festliches Licht.
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